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7. Januar 2013 / Dagmar Grace Reder

Sie träumte vom Meer. Sie wünschte sich, am Strand zu gehen, das eiskalte Wasser an ihren Füßen zu spuren… Ein Spaziergang am Meer in der Nacht, in einer kalten Nacht, bei klarem Himmel, auf dem Millionen von Sternen zu sehen sind… Und die Kälte, die angenehme Kälte des Wassers und des Windes, so angenehem und doch viel wärmer als die meisten Menschen auf dieser Welt…

Am liebsten würde sie sich vor ihnen sperren… Wenn es nur ein kleines Stück Strand für sie alleine gäbe… wo sie, nur sie alleine spazieren gehen könnte und die Sicherheit hätte, dass sie niemandem begegnet. Wo die Kälte dieses Ortes ihre eigene Kälte wäre.
Meer, das unendliche Meer. Eiskalt, salzig, schön. Das Meer in der Nacht. Sie alleine. Niemand mehr. Niemand, der sie wieder verletzten könnte. Oder belügen. Betrügen.
Unwürdig, sie sind alle unwürdig. Die Menschen sind böse… von Natur aus. Sie auch, aber sie wusste es, im Gegensatz zu den meisten Menschen dieser Welt. Deshalb hat sie sich von allen isoliert, damit niemand ihre Bösartigkeit erfahren müsste. Sie hat in ihrem Leben genug viel Bosheit erfahren und wünschte es niemandem, das Gleiche zu erleben. Sie wollte niemandem weh tun, aber auch nie wieder Weh spüren. Das war aber unmöglich und sie war sich dessen bewusst, was sie sehr aufregte. Das Leben besteht in größtem Teil aus dem Pein, die guten Momente, das Glücklichsein dauert so kurz… das Glück ist nur ein kleines Teilchen im Leben des Menschen. So klein, dass einige es gar nicht bemerken und sich darüber nicht freuen können…
Sie liebte und hasste gleichzeitig all die Gedanken, die ihr einfielen. Sie machten sie verrückt. Obwohl sie schon längst verrückt war…
Das Meer. Das wunderbare, kalte Meer in der Nacht. Die Millionen von Sternen am Himmel. Warum konnte sie nicht dort sein… alles vergessen, indem sie sich das stille Rauschen der Wellen anhörte…
Das liebe, kalte Meer, in dem sie langsam eintauchen könnte… wo sie auch sterben könnte… weil diese Welt einfach zu schrecklich ist. Voller Pein, Angst und böser Menschen. Die laute, gewaltige Welt. Und in ihren Träumen das kalte Meer in der Nacht, die Millionen von Sternen auf dem Himmel… Es wäre so wunderbar, wenn das das letzte Bild wäre, das sie in ihrem Leben sähe…
Das kalte Meer in der Nacht, die Millionen von Sternen auf dem Himmel…

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  1. Bibi / Jan 8 2013 16:25

    Wir sind die Eisblumen…

  2. Dotty / Jan 8 2013 17:14

    Wir blühen in der Nacht…

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